Kenny Barron (* 9. Juni 1943 in Philadelphia, Pennsylvania) ist ein US-amerikanischer Jazz-Pianist und Komponist.
Seine professionelle Karriere begann 1957 in der Band von Mel Melvin, in der ebenfalls sein Bruder Bill spielte. Nach einem Umzug nach New York 1959 spielte er zunächst mit
Philly Joe Jones, dann mit
Yusef Lateef, James Moody und
Lee Morgan. Lateef hatte – wie Barron selbst sagt – einen großen Einfluss auf seine Improvisationsweise. 1961 wurde er von
Lou Donaldson engagiert, um zwei Jahre später zu
Dizzy Gillespies Quintett zu wechseln, wo er Nachfolger von
Lalo Schifrin wurde. Nach einer Europa-Tournee wechselte er zu
Freddie Hubbard und spielte anschließend unter anderem mit
Jimmy Owens,
Joe Henderson, Esther Marrow,
Milt Jackson,
Stanley Turrentine und
Stan Getz.
Danach stieg Barron 1970 wieder bei Yusef Lateef ein. 1973 entstand das Album
Sunset to Dawn für
Muse Records; 1981 formierte er die Gruppe
Sphere mit
Charlie Rouse (später ersetzt durch
Gary Bartz).
Barron war mehrfach für den Grammy nominiert, unter anderem für
People Time (mit Stan Getz),
Sambao,
Night and the City (mit
Charlie Haden),
Wanton Spirit (mit Charlie Haden und Roy Haynes) und
Spirit Song. Er erhielt bereits vier mal in Folge die Auszeichnung als Bester Pianist von der
Jazz Journalists Association.
1973 bis 2000 unterrichtete Kenny Barron an der Rutgers University. Sein Bruder war der Tenorsaxophonist Bill Barron (1927–1989).
Seine Kompositionen wurde von vielen Musikern interpretiert; der Saxophonist Harvey Wainapel nahm ein ganzes Album mit Barron-Titeln auf („Ambrosia“).
Der swingende, im perkussiven wie gebundenen Phrasieren gleichermaßen versierte Allroundpianist wird von vielen Solisten, vor allem von Sängerinnen, als idealer Begleiter geschätzt
. Bei vielen Aufnahmen als Sideman ist er die entscheidende treibende Kraft. Er improvisiert abwechslungsreich und einfallsreich.
2010 erhielt er die NEA Jazz Masters Fellowship.
Im Interview erzählt er, dass er mit zunehmenden Alter experimentierfreudiger werde, musikalisch mehr wage und sich aus gewohnter musikalischer Sicherheit herausbegebe.